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Siegfried Wagners Opern - ist an allem Hütchen schuld?

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Siegfried Wagner -nein, das ist nicht der Typ, der das Schwert aus dem Stein gezogen und den Drachen filetiert hat. Der Typ, dessen Schwert im Stein steckte, war König Artus von Britannien und das Schwert hieß Excalibur. Der Typ mit dem Drachen hieß zwar tatsächlich Siegfried und das Schwert war genau so eine Wundewaffe wie sein britischer Cousin, es nannte sich allerdings Notung und steckte nicht in einem jungen Felsen, sondern in einem ausgewachsenen Baum und herausgezogen hat es Siegfrieds Papa Siegmund, der gleichzeitig sein Onkel war (ja, ich weiß, das ist so eine Geschichte für sich). Jedenfalls handelt es sich bei diesem Siegfried um eine reine Sagengestalt. Siegfried Wagners Papa hingegen hieß nicht Siegmund und hatte auch keine Lust, seine Schwester zu schwängern können (obwohl es durchaus Forscher gibt, die auch diese Möglichkeit durchleuchten), sondern war der Komponist Richard Wagner, und das wiederum ist nun ein Typ, dessen Opern, im Gegensatz zu denen, die Siegfried ...

Auf diese Steine können Sie bauen! Wie man allen Widrigkeiten zum Trotz doch noch zu einem eigenen Theater kommt

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Auf diese Steine können Sie bauen! Wie man allen Widrigkeiten zum Trotz doch noch zu einem eigenen Theater kommt Über den Architekten Gottfried Semper wird zuweilen behauptet, er habe sich erst an der bürgerlich-demokratischen Revolution in Sachsen beteiligt, als ihn die äußeren Umstände in Form seiner demokratisch gesinnten Freunde dazu zwangen und sei somit quasi schuldlos „entsachst“, also aus dem Freistaat verbannt und zum Staatsfeind erklärt worden. Dass die Tatsachen etwas anders liegen beweist unter anderem eine Schrift Richard Wagners, in der er erklärt, Semper sei bereits vor Ausbruch der Kämpfe Mitglied einer Gruppierung gewesen, deren „entschiedenen demokratischen Geist“ er teilte. Geteilt haben die beiden außer einem demokratischen Kampfgeist auch die Tatsache, dass sie in ihrer Heimat nicht länger erwünscht waren und sich eine neue Wirkungsstätte suchen mussten. Dass sie knapp zwanzig Jahre später in Bayern beinahe zusammenarbeiten würden, dass diese Id...

Echtes deutsches Operngut? Oder: Erst denken, dann fordern.

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Vor nicht allzu langer Zeit flatterte mir das Ergebnis einer Umfrage ins Haus, die sich auf den Musikgeschmack und die Rezeptionsgewohnheiten in Deutschland bezog. Ausgewählt wurden unter anderem die zehn beliebtesten Opern, die mich dann doch ein Stück weit zum Nachdenken anregten: Wenn das sie Stücke waren, die den Opernhäusern ein annähernd gefülltes Haus garantierten, dann konnte die AfD einpacken mit ihrer, was die Kunstfreiheit betrifft, ohnehin recht fragwürdigen Idee, die Werte des Volkes zu sichern, indem verstärkt Stücke deutscher Komponisten gespielt werden sollten. Es ist nämlich nicht so, dass es davon in besagter Liste von deutschen, bzw. deutschsprachigen Opern nur so gewimmelt hätte: Ein einziges deutsches Werk befand sich unter den genannten: Die allseits beliebte und bekannte Zauberflöte nämlich. Die könnte man nun also quasi als Standardmusikwerk in jedem deutschen Opernhaus auf die Bühne bringen, nicht wahr? Oder nicht? Was sagen denn unsere ach so besorgt...

Il Ballo delle Ingrate - Monteverdi, das Froeken und die Sache mit der Liebe

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Zugegeben, auch wenn ich meine Freiheit gegen Trolle, Piraten, das Phantom der Oper und was es sonst noch geben könnte, verteidigen würde, als ginge es um mein Leben, ab und zu wird es dann doch einmal einsam im Hause Finemang. Und wenn mich der Herr Sagichnicht dann mal wieder mit diesem Blick bedacht hat, der in etwa soviel heißt wie „Vergiss es, Kleine, ich hab was besseres im Kühlschrank“, dann möchte ich ihn am liebsten in die Hölle schicken. Da soll er dann im Feuer schmoren und Hitzepickel bekommen (mit denen er vermutlich immer noch toll aussehen würde * seufz * ) und lamentieren und jammern und klagen „ Ach ich armer Jüngling krank, ach hätt ich genommen, das Fräulein Finemang-k“ Tja, und so ganz ab und zu, zu Weihnachten und Ostern, oder wenn er ganz besonders brav war, dann dürfte er auch mal nach oben, in die Welt der Lebenden, um zu tanzen und sich anzugucken, was er alles hätte haben können, wenn er ein bisschen netter zu mir gewesen wäre: Sonnenschein un...

Der nächste Stinkstiefel: Jean Baptiste Lully, die 1.

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    Teil 1 der Plapperei über Jean Baptiste Lully. Was ist das mit dem Genie in der Musik? Stimmt es wirklich, was die Prinzen gesungen haben? Dass man ein Schwein sein muss in dieser Welt? Geht man sonst unwiderruflich unter? Jean Baptiste Lully muss so gedacht haben, denn er hat die Schweinemethode angewandt, um ganz nach oben zu kommen, was auch funktionierte. Nur, um sich oben zu halten, muss man sich eine andere Methode ausdenken... am besten man nimmt sich irgendein Tier zum Vorbild, das sich auch wirklich lange oben halten kann. Einen Mauersegler zum Beispiel. Oder einen Adler. Ein Albatros wäre dann schon wieder eher ungeeignet, aber das hat man dem guten Lully damals wohl nicht verraten. Aus gutem Grund, möchte ich mal vermuten. Es gibt also schon wieder eine Komponistenvorstellung, und wie schon beim guten Wilhelm Friedemann Bach wird auch Lully mehr als ein Posting in Anspruch nehmen. Für ein paar Zeilen hat der gute Mann einfach zu viel erlebt und z...

Warum es die Oper gar nicht geben dürfte - Teil1: Die Monodie

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Dies ist der erste Teilschritt in der Entwicklung der Oper im 16. Jahrhundert. Folgepostings verlinke ich, sobald sie fertig sind. Manchmal hat man es nicht so einfach in der Musikwissenschaft. Vor allem dann, wenn es die eigentlich in dieser Form noch gar nicht gibt, keinerlei Datenbanken existieren und auch sonst niemand weiß, worauf er eigentlich zurückgreifen soll. Der Lituusnachbau war so ein Problem. Da waren weder Aussehen, noch Art des Instrumentes, Material oder irgendeine Beschreibung des Klanges bekannt. Man kannte lediglich den Namen des Instrumentes und ein paar Töne, die das Ding auf jeden Fall draufhaben musste. Bei der Echoflöte ist das ziemlich ähnlich, da weiß man nicht einmal mit Sicherheit, ob das überhaupt ein eigenes Instrument ist, oder nur eine andere Bezeichnung für irgendein anderes bekanntes Blasinstrument. Will man Musik aber historisch genau spielen, sollte man schon irgendwie wissen, was man sich da so zwischen die Lippen drücken muss. Im ...

Falstaff – Ein Klopper zum Feierabend

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In München steht ein Hofbräuhaus... und in Mailand? Da steht ein Altersheim. Klingt nicht ganz so toll? Das Bier wäre Ihnen lieber? Dann werfen wir doch mal einen etwas genaueren Blick auf die Seniorenresidenz: Über das Casa Verdi habe ich hier *klick* bereits ein paar Worte fallen lassen, wer mag findet auch hier * klick * einen Artikel dazu, handelt es sich doch um ein Altersheim für ehemalige Musiker, gegründet mit dem Geld, das Giuseppe Verdi (1813 – 1901) eigens zu diesem Zweck hinterlassen hatte. Mittlerweile leben sogar junge Musikstudenten mit den älteren Herrschaften unter einem Dach, und lassen sich von den ehemaligen Größen inspirieren und so einiges erklären. Verdi war nämlich nicht nur einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit (wobei ihm die Tatsache, dass der einst so gefeierte Gioachino Rossini inzwischen lieber Pastasaucen zusammenrührte und mehr Kochbücher als Opern schrieb, und sowohl Vincenzo Bellini als auch Gaetano Donizetti ihr Leben bereits a...

Wagner überleben, oder: Warum Walküren ins Gras beißen

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  “Es (= die Oper) ist erst vorbei, wenn die dicke Frau gesungen hat”, sagt man im angelsächsichen Raum und meint damit so viel wie “Da kommt noch was nach”, oder “Freu Dich nicht zu früh!” Irgendwo las ich das ganze einmal in einer “überarbeiteten” Version. Sie lautete: “Die Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Frau tot ist”. Ich nehme an, der Verfasser dieses Spruches hat eine Menge Wagner-Opern gesehen. Gut, die Damen mögen nicht alle dick sein, aber am Ende sind sie trotzdem tot, was uns zum 2. Punkt der erweiterten Fassung bringt: “Wenn die dicke Frau am Ende nicht stirbt, sondern heiratet, handelt es sich um eine Operette. “ Soweit, so gut. Ich stelle mal schnell noch eine dritte, diesmal eigene, These zu der ganzen Sache auf und behaupte: Wenn die dicke Frau eigentlich eine sehr dünne und junge Frau ist, aber trotzdem ins Gras beißt, sitzen Sie vermutlich in einem Musical. All diese toten Frauen beschäftigen mich nun schon eine ganze Weile lang. Was für ein sel...

Dido and Aeneas, Ariadne and the lot

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Dido und Aeneas. Im Grunde handelt es sich sowohl bei der Sage, als auch bei dem, was in der Oper davon geblieben ist, um ein gefundenes Fressen für die Kolleginnen und Kollegen von den sogenannten Gender Studies. Dasselbe gilt im Übrigen für Ariadne auf Naxos, Medea und was es da sonst noch so gibt ans Stoffen, die es von der Antike über die Renaissance auf die Opernbühnen des Barockzeitalters geschafft haben. Fassen wir die Grundgeschichten doch einmal kurz zusammen  und betrachten wir sie dabei vom Standpunkt der Frauenrolle, bzw der Mann-Frau-Beziehung an sich. Ich käme da in etwa auf das folgende Schema: Mann ist in Not. Wie immer, wenn Mann nicht weiterweiß, heult er sich erst einmal bei der nächstbesten schönen Frau aus und verknallt sich bei dieser Gelegenheit in die Holde, welcher er sogleich die Ehe, 3 Kinder und den Himmel auf Erden verspricht, sollte er die ganze Sache wider Erwarten doch noch überleben. Frau denkt einmal kurz nach und...