Der Tageleuchter des Herrn von Zesen
Der Tageleuchter des Herrn von Zesen Solarium, Wimperntusche, Shampoo, T-Shirt... all das sind Wörter, die wir täglich in den Mund nehmen, selbst wenn wir vorgeben, Deutsch zu sprechen. Als mir neulich Erich Kästners “Pünktchen und Aton” wieder in die Hände fiel und ich natürlich sofort wieder darin herumlesen musste (Buchstaben sind schließlich dafür da, entziffert und verarbeitet zu werden), stieß ich auf das Wort “Höhensonne” und hatte ein Aha-Erlebnis: Ach das ist das Wort, dass mein Vater immer verwendet hat, als ich noch klein und er noch genervt von seiner Blässe war. Höhensonne sagt heute kein Mensch mehr. Wimperntusche vielleicht, bei Haarwaschmittel wird es bereits kritisch, ud Leiberl kenne ich nur noch von dem, was an Wiener Verwandt- und Bekanntschaften übriggeblieben ist. Und das ist nicht viel. Und dann wären da noch Wörter, wie Ausflug, Kreislauf, Augenblick und Entwurf . Exkursion , Zirkulation , Moment und Projekt klingen ziemlich Neu...