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Lieber Herzenspupsuhu! Spitznamen unter Musikern und Partnern

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Spitznamen sind ja so eine Sache, die gleichwohl äußerst beliebt, auch ebenso verhasst ist. Bei den Opfern nämlich, welchen sie auferlegt wurden. Meine Bekannte Siliana versuchte sich jedes Mal, zwischen den Auslagen der Geschäfte zu verstecken, wenn sie beim Einkaufen von ihrer Mutter „Silli“ gerufen wurde. Dazu muss man allerdings anfügen, dass wir zu diesem Zeitpunkt in England lebten und ihre deutschstämmige Mutter das Problem nicht zu erkennen schien. Nicht viel anders erging es Svenja, die bei einem Schüleraustausch nach Moskau erfahren musste, dass ihr Name auf Russisch „Schwein“ bedeutete. Und wer erinnert sich nicht daran, dass der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber seine Gattin Karin in aller Öffentlichkeit „Muschi“ rief? Geht es noch schlimmer? (Natürlich geht es noch schlimmer. Schlimmer geht’s immer, wie man zu sagen pflegt, aber bei einer Fernsehübertragung eines politischen Großevents mit dem Namen eines exklusiv weiblichen Körperteils belegt...

Und Sonntags gehts zum Türken. Janitscharenmusik und Mozart in Gaza

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Seitdem der Herr Verratichnicht in mein Leben getreten ist, habe ich eine zwischenzeitlich vernachlässigte Angewohnheit wieder aufgenommen: Türkisch essen. Vor meinem Umzug nach Sachsen eine Selbstverständlichkeit, nachdem ich sowohl in London als auch in Stuttgart in Gegenden gewohnt hatte, in denen es von türkischen Supermärkten (und den dazugehörigen türkischstämmigen Mitbürgern) nur so wimmelte. Sie (die Mitbürger, nicht die Supermärkte) machten einen beachtlichen Teil meines Freundeskreises aus, mein ehemaliger Freund (selbst Kurde) besaß sogar einen entsprechenden Laden, so dass ich damals lebte wie die Made im Schlemmerland und mir auf meinem ersten Raubzug durch die Dresdner Supermärkte die Gesichtszüge entgleisten. WO waren all die Sachen, die ich mir täglich einverleibte? Wo waren die eingelegten Artischockenböden? Wo gab es gute Bakklava? Warum kosteten die Spitzauberginen ein Vermögen? Und warum bekam ich verwirrte Gesichter präsentiert, wenn ich nach Okraschoten f...

Echtes deutsches Operngut? Oder: Erst denken, dann fordern.

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Vor nicht allzu langer Zeit flatterte mir das Ergebnis einer Umfrage ins Haus, die sich auf den Musikgeschmack und die Rezeptionsgewohnheiten in Deutschland bezog. Ausgewählt wurden unter anderem die zehn beliebtesten Opern, die mich dann doch ein Stück weit zum Nachdenken anregten: Wenn das sie Stücke waren, die den Opernhäusern ein annähernd gefülltes Haus garantierten, dann konnte die AfD einpacken mit ihrer, was die Kunstfreiheit betrifft, ohnehin recht fragwürdigen Idee, die Werte des Volkes zu sichern, indem verstärkt Stücke deutscher Komponisten gespielt werden sollten. Es ist nämlich nicht so, dass es davon in besagter Liste von deutschen, bzw. deutschsprachigen Opern nur so gewimmelt hätte: Ein einziges deutsches Werk befand sich unter den genannten: Die allseits beliebte und bekannte Zauberflöte nämlich. Die könnte man nun also quasi als Standardmusikwerk in jedem deutschen Opernhaus auf die Bühne bringen, nicht wahr? Oder nicht? Was sagen denn unsere ach so besorgt...

Von 0 auf Bach in 10 000 Stunden

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Einer Studie der Berliner Hochschule für Künste zufolge, benötigt ein Mensch etwa 10 000 Übungsstunden, um auf seinem jeweiligen Gebiet ein professionelles Niveau zu erreichen. Wer 10 000 Stunden mit der Violine unter dem Kinn verbringt, ist demzufolge zwar kein Paganini, jedoch durchaus in der Lage, seinen Lebesunterhalt als professioneller Geiger zu bestreiten. So er denn einen guten Agenten findet, der ihm ausreichend Muggen verschafft. Sollte mich der Teufel (in diesem Fall wohl Diabolo in Musica) reiten und mir in den Kopf setzen, ich müsse als Geigerin durchs Leben gehen... tja, wie lange würde ich bei einem einigermaßen realistischen Übepensum wohl brauchen, um meinem Chef die Kündigung auf den Schreibtisch werfen zu können? Angenommen, ich nähme mir 3 Stunden Zeit pro Tag (ich habe ja auch noch ein bisschen so etwas wie ein Leben nebenher), dann käme ich auf etwa 12 Jahre, ehe ich soweit wäre. Statt eine Kündigung zu schreiben, könnte ich dann eigentlich gl...

23% Bach

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Vor einiger Zeit war ich auf der Suche nach einer DVD, die ich klugerweise bereits sofort nach dem Auspacken an einer Stelle deponiert hatte, die ich mir schon zu diesem Zeitpunkt nicht merken konnte. Dabei geriet mir ein Stapel älterer Bach-Magazine in die Finger, die durchzusehen bedeutend spannender war, als weiterzusuchen, weshalb ich besagte DVD bis heute nicht gefunden habe. Eines der Magazine stammte aus dem Jahr 2011 und enthielt einen kurzen Artikel,in dem auf eine Umfrage Bezug genommen wurde, derzufolge nur 50% der Deutschen wissen, wer Mozart ist. Und der hat noch Glück gehabt. Derselben Untersuchung zufolge hatten nur 23% der Bevölkerung eine Ahnung, wer Bach war. Das erschien mir da doch reichlich seltsam. Ich konnte und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Hälfte der Bevölkerung im Umkehrschluss nichts mit dem Namen Mozart verbinden könnte, außer vielleicht diese kleinen schokoladeüberzogenen Marzipanpralinen. Also setzte ich mich an den Rec...

Carl Orff - das ist doch der Typ aus der Bierwerbung?

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  Mal ehrlich: Hand hoch, wer ein Stück (und sei es ein Lied aus einem Zyklus, einen Satz aus einem mehrsätzigen Werk, oder auch nur ein Thema oder eine Melodie) von Orff kennt, es singen oder meinetwegen auch pfeifen kann! Prima. Klopfen wir uns gegenseitig lobend auf die Schulter und bereiten wir uns innerlich auf die nächste Aufgabe vor: Wer kennt ein Stück von Carl Orff, das NICHT in direkter Verbindung zu einer Bierwerbung erscheint? Oha...Mist...der hat noch mehr geschrieben? Ehrlich? Wissen Sie was? Ich halte das ganz einfach für ein Gerücht und behaupte das Gegenteil: Carl Orff hat nur dieses eine Stück für die Bierwerbung geschrieben, für die auch die Semperoper gebaut wurde, um dem prickelnden Gerstensaft eine hübsche und angemessen wirkungsvolle Kulisse zu geben. Mozart hat ein Streichquartett für eine Sektmarke komponiert, Edvard Grieg schrieb die berühmte Gargamel-Suite aus den Schlumpfcartoons  und Brahms war der Typ mit dem Rauschebart, der die Tä...