Posts

Posts mit dem Label "händel" werden angezeigt.

Silvester im Regen - Händels Feuerwerksmusik

Bild
Als ich noch ein ganz kleines Froeken war, da war Silvester eines der coolsten Ereignisse im Jahreslauf und kam gleich hinter dem Hexenfeuer am Schmutzigen Donnerstag und dem Tag, an dem die   Kartoffeln eingefahren wurden und man nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Feld sitzen und die Restkartoffeln im Feuer garen konnte. Man merkt schon: Ich hatte einen nicht unerheblichen Hang zur Pyromanie, was aber nicht ganz so schlimm ist, wenn man noch so klein ist, dass man die Kerze in der Martinslaterne nur anzünden darf, wenn Papa daneben steht und aufpasst, dass man nicht die ganze Papierlampe in Brand setzt. Jedenfalls gab es an Silvester Gäste, vorzugsweise mit Kindern in meinem Alter, wir durften Rauchbomben abfackeln und mussten nach dem Abendessen ins Bett, zum „Vorschlafen“. Kurz vor Mitternacht wurden wir dann geweckt und starrten vor dem Haus auf das Geknalle und Geflimmer im Nachthimmel, bis uns die Ohren schmerzten und sich an den Nasenhaaren Eiszapfen gebildet hatten...

Echtes deutsches Operngut? Oder: Erst denken, dann fordern.

Bild
Vor nicht allzu langer Zeit flatterte mir das Ergebnis einer Umfrage ins Haus, die sich auf den Musikgeschmack und die Rezeptionsgewohnheiten in Deutschland bezog. Ausgewählt wurden unter anderem die zehn beliebtesten Opern, die mich dann doch ein Stück weit zum Nachdenken anregten: Wenn das sie Stücke waren, die den Opernhäusern ein annähernd gefülltes Haus garantierten, dann konnte die AfD einpacken mit ihrer, was die Kunstfreiheit betrifft, ohnehin recht fragwürdigen Idee, die Werte des Volkes zu sichern, indem verstärkt Stücke deutscher Komponisten gespielt werden sollten. Es ist nämlich nicht so, dass es davon in besagter Liste von deutschen, bzw. deutschsprachigen Opern nur so gewimmelt hätte: Ein einziges deutsches Werk befand sich unter den genannten: Die allseits beliebte und bekannte Zauberflöte nämlich. Die könnte man nun also quasi als Standardmusikwerk in jedem deutschen Opernhaus auf die Bühne bringen, nicht wahr? Oder nicht? Was sagen denn unsere ach so besorgt...

Bachsche Geburtstagswünsche

Bild
Lieber Jojo, wie ich Dich nenne wenn wir unter uns sind, um Verwechslungen mit Flip, Friedi. Chris, Toffi und den anderen Mitgliedern der Bach-Familie auszuschließen (mal ehrlich, wenn es zu eurer Zeit eine Telefonauskunft gegeben hätte, oder Karriereportale wie Linkedin, und jemand auf die Idee gekommen wäre, unter dem Stichwort “Musik” nach dem Namen “Bach” zu suchen, hätte er euch wahrscheinlich hinterher auf einen Kuraufenthalt verklagt, um seine Nerven und das Durcheinander in seinem Kopf wieder zu sortieren, und falls irgendjemand bei einem eurer Familientreffen nach dem “Johann” gesucht hätte, wäre es ihm sicher ähnlich ergangen. Wahrscheinlich hätte es der Einfachheit halber neben Facebook auch noch ein Bachbook gegeben...oder Musi-VZ, oder vielleicht auch Instabach. Hätte zumindest den armen Seelen, die Jahre ihres Lebens damit verbracht haben, das Bachwerkeverzeichnis zusammenzustellen, nur um hinterher unter die Nase gerieben zu bekommen, dass die bekanntesten Menuett...

Die Musik ist vorerst gestorben

Bild
Und das ist sie nicht nur einmal in der Geschichte. Mal abgesehen von diversen Versuchen, die Musik während der Karwoche aus dem öffentlichen Leben zu verbannen (der liebe Herr Händel ud seine italienischen Kollegen konnten seinerzeit … fast hätte ich geschrieben “ein Lied davon singen”, aber das konnten sie ja gerade nicht. Das war ja verboten. Die Opernhäuser blieben geschlossen), gab es auch Trauertage, an denen man das Singen, Tanzen und Musizieren tunlichst zu unterlassen hatte. Die Sächsische Landestrauer war so ein Zeitpunkt. Beziehungsweise Zeitraum. Sie dauerte nämlich vom Tod des Landesherrn (gut, genaugenommen war das bereits am 1. Februar 1733, die Landestrauer begann jedoch erst am 15.) bis in den Sommer hinein. Am 2. Juli endete die Trauerperiode, und genau so lange durfte keine Musik aufgeführt werden. Es herrschte also sozusagen Stille im Reich.

Die Sache mit den Ohrwürmern

Bild
  CPDL, ISMLP und RISM... nein, das sind nicht die Initialen irgendwelcher Abkömmlinge der Bach-Familie, auch wenn CPE und Konsorten ein paar weitere Geschwister vermutlich gar nicht aufgefallen wären, vielmehr handelt es sich bei diesen Abkürzungen um Internetdatenbanken, die ich immer dann heimsuche, wenn ich wieder 3 Geigentöne und einen halben Takt Tutti im Ohr habe, mit diesem Ohrwurm eine Woche lang herumrenne, mir beim besten Willen aber nicht einfallen will, woher das ganze stammt. So geschehen erst vor wenigen Tagen. Ein einziger gebrochener Akkord, ein Durakkord, um genau zu sein, war es, der sich festgesetzt hatte und nicht wieder herauswollte. Super. Nun singen Sie mal irgendwelchen Leuten 3 aufeinanderfolgende Töne im Groß- und dann Kleinterzabstand vor und fragen Sie diese dann, ob sie das Stück kennen.... die Antworten sind, sagen wir mal, höchst unterschiedlich, werden dafür aber ausnahmlos von einem Blick begleitet, der deutlich fragt, ob Sie eigentlich...