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tot oder unlebendig - Reger, Bach und Emerson

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Bei all den Dramen um die großartigen Musiker, die in diesem Jahr schon ihr Stimmgerät abgegeben haben (Otis Clay, David Bowie, Glen Frey, Black, Pierre Boulez, Keith Emerson, Nikolaus Harnoncourt, um nur einige zu nennen, und das, obwohl das Jahr erst 3 Mon at e abgefeiert.hat.. ich bin versucht, Leonard Cohen, Helmut Lachenmann und, da die Sterberitis derzeit ja auch jüngere Jahrgänge umfasst, Sol Gabetta, Leibwächter mit Knoblauch und Kreuzen an die Seite zu stellen), da vergisst man doch allzuleicht, dass es auch ein paar freudige Ereignisse zu feiern gibt. In den letzten Jahren waren es gleich mehrere Bachs, die ihre Ehrentage begingen und der Reihe nach die 300er-Schallmauer durchbrachen, zuletzt Johann Sebastian selbst, der im letzten Jahr denn 330. feierte. So richtig krachen lassen wird es der Herr Bach vermutlich erst bei seinem 333. und, da es sich um eine Schnapszahl handelt und der liebe JoSe diesem Getränk ohnehin nicht abgeneigt war (von seinem Ältesten ...

Musikalische Volksverdummung - unfreiwillige Dauerbeschallung und die Folgen

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Friedemann Bach heißt der Mann, der mich nun schon mein halbes Leben lang begleitet hat. Wilhelm Friedemann Bach, um genau zu sein. Ich kann nicht sagen, was mich an ihm fasziniert, aber wohin ich auch gehen, ich kehre immer wieder zu ihm zurück. Auch im Flugzeug nach Dresden hatte ich ihn im Ohr, in meinem ansonsten kaum genutzten mp3-Player.  Seitdem ich mir das Ding vor etwas mehr als einem Jahr gekauft habe, weil ich es für eine clevere Idee hielt, mich damit auf Stücke vorzubereiten, die ich zu spielen habe, hat es vermutlich etwa 3x das Tageslicht gesehen.  Ich hasse es, überall mit Musik beschallt zu werden, unfreiwilliges Hören ist für mich eine der größten Qualen, die es gibt,die Dresdner Dudelfolter das sächsische Pendant zur Chinesischen Wasserfolter. So ein paar Tropfen auf die Stirn bringen einen ja nicht um, aber wenn man es nicht mehr abstellen kann, wird das Ganze zum Problem. Könnte man sich den Player mit Stille beladen, die dann das tägliche Gedude...

Ich mach mir die Welt widewidewie sie mir gefällt - historische Musikforschung und Weltbild

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Im Zuge der historischen Musikforschung kommen über die Jahre eine Menge Fakten aus dem Leben derer Musiker und Komponisten ans Licht, die längst nicht mehr unter uns weilen und somit nicht mehr selbst befragt werden können. Jedes weitere aufgetauchte und auf historische Zusammenhänge untersuchte Dokument vergrößert den Stapel an Informationen aus zweiter oder dritter Hand und sollte doch eigentlich dazu beitragen, den jeweiligen Tonkünstler näher kennenzulernen, seine Lebensumstände und Handlungen in Relation zueinander zu setzen und ihn somit als Mensch wie als Musiker besser zu verstehen. So sollte man zumindest meinen, aber wer meint, liegt ja meistens daneben. Tatsächlich liegen weitaus mehr Ebenen zwischen Hörensagen und historisch verbürgten Daten:

Forschst Du noch oder stalkst Du schon? Musikwissenschaft und Privatsphäre

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„Sag mal,“ bekomme ich des öfteren zu hören, „was machen Musikwissenschaftler eigentlich so?“ Eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hat, deren Beantwortung allerdings gar nicht so leicht ist. Immerhin ist Musikwissenschaft im Grunde nur ein wissenschaftliches Betätigungsfeld und kein Beruf im engeren Sinne, wie beispielsweise „Hebamme“ oder „GEZ-Kontrolleur“. Das sind so Ein-Satz-Berufsbeschreibungen, die man sich in der Wissenschaft manchmal wünschen würde. Im Grunde könnte man genausogut fragen, was Insekten so machen. Die produzieren ja auch nicht alle Honig, schleppen tote Kellerasseln in ihre Kolonie oder schwirren nachts durch fremde Schlafzimmer, um uns das Blut aus den Adern zu saugen. MuWis schreiben Artikel, erforschen alte Instrumente, die es längst nicht mehr gibt, digitalisieren wertvolle Notenhandschriften, rekonstruieren abgebröselte, tintenfraßegschädigte Manuskripte, oder kellnern irgendwo in einer Bar, denn die Anstellungsmöglichkeiten werden einem nicht ...