Mittwoch, 24. Dezember 2014

Der war so taub, dass er dachte, er malt...





Aus gegebenem Anlass ( Na gut: Weihnachten ist nicht gerade ein gegebener Anlass für Beethoven, wohl aber für einen Blogbeitrag der etwas leichteren Art) gibt es heute eine Sammlung mehr oder weniger interessanter Fakten über Ludwig van B.. Viel Spaß und ein frohes Fest!




  • Beethoven wurde von seinem Vater um 2 Jahre jünger gemacht als er tatsächlich war, um das Image des Wunderkindes, das in so jungen Jahren schon so viel beherrscht, zu verstärken.

  • Ludwig van Beethovens ein Jahr älterer Bruder hieß ebenfalls Ludwig van Beethoven. Sehr kreativ, nicht wahr? Ich tippe mal darauf, dass es für die Eltern einigermaßen verwirrend war, wenn sie auf die Frage “Wer war das?!?” von ihren Kindern die Antwort bekamen “Der Ludwig war's” (was eine zeitlang den damals schon nicht mehr ganz taufrischen Großvater Ludwig mit einschloss). Allerdings brauchten sie dann auch nur einmal “den Ludwig” anzubrüllen, und alle möglichen Schuldigen waren abgedeckt.

  • Da “Ludwig der Ältere ” ohnehin das Windelalter nicht überlebte, hatte sch das Namensproblem jedoch gelöst, bevor größere Verwirrung gestiftet wurde. Die Geburt des Bruders (1769) , der es nie ins Taufregister schaffte, und die Altersverdreheung seitens des Vaters auf 1762, sowie das Fehlen eines tatsächlichen Geburtsdatums (von Beethoven ist nur das Taufdatum bekannt, was immer ein bisschen Spielraum lässt), sorgten jedoch für Unklarheiten über das wahre Alter des Komponisten.

  • Beethovens Mondscheinsonate, Mozarts Spatzenmesse, sowie die Jupitersinfonie, und Haydns Abschiedssinfonie sind nur eine handvoll Werke, deren Komponisten sie anhand dieser Titel nicht wiedererkennen würden, da sie von ihnen selbst niemals so genannt wurden.
  • Der Name “van Beethoven” deutet nicht auf eine adlige Abstammung hin, sondern erinnert an die Herkunft der Familie, in etwa so, wie Palestrina (eigentlich ja Giovani Pierluigi DA Palestrina) eben aus Palestrina kam, oder Leonardo da Vinci aus Vinci. “Van Beethoven” ist nur leider nicht ganz so schön wie “von der Vogelweide” oder “vom Himmel hoch, da komm ich her”... der Name bedeutet ganz einfach “Vom Rübenhof”. Naja. Da weiß man aber wenigstens, dass die Vorfahren von ihrer Hände Arbeit und nicht vom dumm Daherreden gelebt haben. 
  • Beethoven und Smetana teilten das Problem der fortschreitenden Ertaubung. Bei Beethoven zeigten sich diese Probleme bereits im Alter von 25 Jahren.
  • Im Gegensatz zu Beethoven und Smetana konnten sich Bach und Händel die Hand schütteln, was das Problem der fortschreitenden Erblindung betraf. Nicht nur das: Sie ließen sich auch vom selben Arzt (einem gewissen John Taylor) operieren, der über einen ausgezeicheten Ruf verfügte, und ausgerechnet bei diesen beiden Komponisten nichts ausrichte konnte, bzw das Problem sogar noch erheblich verschlimmerte.
  • Beethoven, der schon in jungen Jahren für den Unterhalt seiner Familie mit aufkommen musste, und daher nur eine dürftige Schulbilung genoss, war für seine unleserliche Handschrift bekannt. Obwohl er sich in seinen Tagebüchern durchaus auszudrücken vermochte und sich aufgrund seiner fortschreitenden Ertaubung in seinen “Konversationsheften” oft auf schriftlichem Weg unterhielt, war sein Geschreibsel zuweilen nur schwer entzifferbar. Das bekannte “Für Elise” heißt wahrscheilich alles, nur nicht “Für Elise”. Was es allerdings tatsächlich heißen soll, kann nur vermutet werden. Ich frage mich, wie viele seiner Unterhaltungen eine unverhofft seltsame Wendung genommen haben, weil der Konversationspartner absolut keinen Plan davon hatte, was der Buchstabensalat bedeuten sollte, den ihm der gute Ludwig da vor die Nase hielt.
  • Da Beethoven auch für seine Wutausbrüche gefürchtet war, dürfte es sich der andere jedoch zweimal überlegt haben, bevor er es tatsächlich wagte, noch einmal nachzufragen.

  • Wenn ich es mir recht überlege, dürfte es sich sowieso kaum gelohnt haben, nachzufragen, denn die Frage hätte der Herr Van B. ja ohnehin nicht gehört....
  • Gut, es mag ausgereicht haben, mit verwirrtem Gesichtsausdruck auf den Satz im Heft zu zeigen...wobei Beethoven ja eigentlich auch gar nicht derjenige war, der schreiben musste...er war ja taub, nicht stumm.... :D
  • Beethovens Musik war der Soundtrack zu Filmen wie “The King's Speech”, “Clockwork Orange” und (man lese und staune:) Saturday Night Fever. klick
  • Beethovens Vater war für seinen Alkoholismus bekannt, unter dem seine Familie nicht zuletzt deshalb zu leiden hatte, weil er seinen Sohn verprügelte und den Familienunterhalt nicht mehr sichern konnte. Anstatt daraus zu lernen, kippte sich auch Ludwig van B. das eine oder andere Glas hinter die Binde. Da er unter unerklärlichen Schmerzen litt, wünschte er nach seinem Tod autopsiert zu werden (bisschen spät, um eine Lösung des Problems zu finden, würde ich sagen), und der zuständige Arzt förderte eine Schrumpfleber zutage, wie sie ihm nach eigenen Aussagen noch nicht unter die Augen gekommen war. Prost.
  • Als Beethoven begann, Probleme mit seinem Gehör wahrzunehmen, bemerkte er, dass er besonders die hohen Töne des Klaviers nicht mehr so gut hören konte, da diese weniger vibrieren als die dicken und längeren tiefen Saiten. Um die Vibrationen auch der hohen Töne fühlen und auch im Zustand der fortgeschrittenen Erkrankung Klavier spielen zu können, ließ er die Beine seines Flügels absägen (eigentlich ja eine Absurdität, dass Flügel Beine haben... :) ), so dass sich die Schwingungen besser auf den Boden übertrugen.
  • Im Jahr 2010 versuchte der Amerikaner Paul Kaufmann, ein Urgroßneffe des Arztes, der Beethovens Schädel bei der Exhumierung 1863 an sich genommen hatte, den Schädel zu versteigern. Er hatte ihn in einer mit “Beethoven” beschrifteten Schachtel aus dem Nachlass seines Urgroßonkels entdeckt und die Echtheit mittels DNA-Analyse bestätigen lassen.
  • Das Auktionshaus Sotheby's lehnte die Versteigerung menschlicher Überreste zwar ab, jedoch brachte die Untersuchungen des Schädels die These ins Wanken, der Komponist sei an einer Bleivergiftung gestorben. Die Bleiwerte im Knochen lagen nämlich durchaus im (für die Zeit, in der Trinkwasser aus Bleirohren kam) normalen Bereich. Schade eigentlich: Die Wutausbrüche, die fortschreitende Ertaubung, die Vorliebe für (zu der Zeit oft mit Blei versetzten) billigen Wein...all das hatte so schön ins (Blei-) Bild gepasst...

  • Anstatt nun zu rätseln, woran er statt dessen verstorben ist, sollten wir uns lieber fragen, woran er denn NICHT gestorben ist, das könnte merklich schneller zum Ziel führen.

  • Neben seiner Taubheit, die mit einer Art Tinnitus einherging, litt er im Laufe seines keineswegs langen Lebens unter Magenproblemen, Rheuma, Typhus, Hautproblemen, Abszessen, Arterienverkalkung, Leberzirrhose, Hepatitis, verschiedenen Infekten und ähnlichen Scherzen... ich schätze, nach Beeethovens Tod hatte sein Apotheker viel Freizeit und einen ziemlich leeren Laden.

  • Beethovens fortschrittliche politische Haltung verdankt er wahrscheinlich einer Mischung aus Einflüssen während seiner Jugend. Offesichtlich hatte es schon sein Vater nicht gerne, dass ihm vorgeschrieben wurde, was er zu tun und zu lassen hatte, musste sich aber (nörgelnd) fügen. In Bonn wehte unter Kurfürst Maximiliam Franz der Wind der Aufklärung durch die Gassen, und sein erster Lehrer (nach seinem Vater), Johann Gottlob Neefe, sowie zahlreiche weitere Bonner Bekannte, waren Freimaurer oder Mitglieder der Illuminati.









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